Mindfulness

Mindfulness : Achtsamkeit trainieren bedeutet mehr Glück empfinden.

mindfulnesstraining Marianne Siemerink-SpanjerMindfulness : Achtsamkeit trainieren bedeutet mehr Glück empfinden. Einen Groβteil des Tages richten wir uns gedanklich auf die Vergangenheit oder die Zukunft. Wir funktionieren nach dem „Autopiloten“ und erleben nicht mehr bewusst, was hier und jetzt geschieht. Wir sitzen am Teich und sind in Gedanken am Arbeitsplatz. Dieser unangenehme, lästige Kollege verfolgt einen überall hin! Das ist nun genau, was Mindfulness NICHT ist.

Mindfulness heiβt, mit einer sanften Achtsamkeit bei dem anwesend sein, was sich in diesem Augenblick ankündigt. Du merkst, dass du in Gedanken immer zu deinem Kollegen abschweifst und wieder dahin zurückkehrst, wo du in diesem Augenblick bist. Und dann siehst du den Teich in seiner ganzen Schönheit. Indem du gerade dort anwesend bist, geraten die Gedanken in den Hintergrund und wird Stress durch Lebensqualität ersetzt. Die Situation hat sich nicht verändert. Jedoch sehr wohl dein Achtsamkeitsbereich. Mit der Folge, dass sich ein entspannteres Reaktionsmuster in deinem Umgang mit unangenehmen Situationen entwickelt.

Mindfulness lässt sich gut mit Achtsamkeit übersetzen. Und diese Achtsamkeit darf sich entwickeln, ohne das zu bewerten, dem sie begegnet. Denn gerade dort befindet sich oft ein Teil des Schmerzes. Unser Empfinden teilt in gut oder schlecht ein, den Schmerz, in welcher Form auch immer, darf es nicht geben etc.. Und natürlich widersetzt man sich, wenn einem zum Beispiel gerade gekündigt wurde, man an einem Burn-out oder einer chronischen, invalidierenden Krankheit leidet. Mindfulness lehrt dich jedoch, mit einer sanften Achtsamkeit bei dem zu verweilen, was gegenwärtig ist. Damit verändert sich die Situation nicht, sondern man sieht wieder die Sonnenstrahlen, die immer für jeden durch die Wolken scheinen. Diese nicht-bewertende Haltung hilft dir, eine Weise zu finden, um mit dem umzugehen, was doch schon besteht. Wenn man eine schwere Krankheit hat, ein krankes Kind, einen unangenehmen Kollegen, einen unruhigen Nachbarn, alles Situationen, die sich nicht einfach so verändern. Gerade dann ist es wichtig, die Fähigkeit zu entwickeln, Kontakt mit dem aufzunehmen, was tatsächlich in diesem Augenblick ist. Dein Schmerz und Kummer werden damit nicht vertrieben. Man bereitet jedoch einen Weg für mehr Lebensqualität.

Alles, was du brauchst, ist Achtsamkeit. Du richtest deine Achtsamkeit auf das, was in diesem Augenblick eintritt. Du tauchst nicht ein. Du sollst dich nicht zu stark darauf konzentrieren. Es genügt schon, den Augenblick leicht anzutippen. Jeden Augenblick aufs Neue. Die Methode ist so kinderleicht, dass unser Geist eigentlich nicht akzeptieren will, dass sich eine so unkomplizierte Anwesenheit derart auf die Lebensqualität auswirkt.

Es empfiehlt sich, über Mindfulness zu lesen. Es wurden stapelweise Bücher darüber verfasst, und jeden Monat kommen wieder einige hinzu. Wenn du jedoch liest statt zu üben, erntest du nicht die Früchte, die zu einem aktiven Training gehören.

MBSR / MBCT

Um aber ohne zu bewerten, mit der Achtsamkeit im Hier und Jetzt sein zu können, muss trainiert werden. Die am häufigsten angewandten Formen des Mindfulness-Trainings sind MBSR – Mindfulness-Based Stress Reduction und MBCT – Mindfulness-Based Cognitive Therapy. MBSR wurde 1979 von Jon Kabat-Zinn an der Universität von Massachusetts für Patienten mit chronischen Beschwerden entwickelt. Das Training richtete sich auf das Einsetzen der eigenen Kraft und den Umgang mit Stress, Schmerz und Krankheit. Das Ergebnis war eine nachhaltige Verbesserung sowohl physischer als auch psychischer Beschwerden.

Mindfulness stammt aus der buddhistischen Tradition, aber auch in den christlichen Strömungen finden wir derartige Übungen. Theresa von Avila sagte schon im Mittelalter zu den jungen Frauen, die mit der Bibel am Tor standen, um in das Kloster einzutreten: „Legt die Bibel vorläufig beiseite. Wir richten uns hier auf die Erfahrung.”

Das MBSR-Training ist jedem zugänglich und nicht an eine Religion gebunden.

Nicht bewerten

Sich dem zuwenden, was im Augenblick geschieht, scheint ganz einfach zu sein, aber versuche einmal, bei einer Mahlzeit bewusst den ersten Bissen zu nehmen. Wahrscheinlich merkst du im Laufe des Tages, oder wenn du Glück hast, im Laufe der Mahlzeit, dass du mit deinen Gedanken und mit deiner Konzentration irgendwo ganz anders warst. Dann kann man natürlich sagen: „Na und, das ist doch egal.“ Und das ist auch sehr oft kein Problem, aber bei Augenblicken starken Stresses, Sorgen oder Schmerzes in deinem Leben, verpasst man oft den Anschluss an das Hier und Jetzt und isst man, ohne sich bewusst zu sein, was man isst. Das sind diese Zeiten, dass man nach Hause gefahren ist und nicht mehr weiβ, wie man dorthin gekommen ist. Dann lebt man in den immer wiederkehrenden Gedankenstrudeln, Sorgen und Schmerz. Gerade dann, wenn man es man meistens benötigt, verpasst man die Schönheit von allem, was einen umgibt. Mindfulness lehrt dich, Achtsamkeit für das zu entwickeln, was tatsächlich gegenwärtig ist. Und dann zeigt sich doch oft, dass die Wirklichkeit anders ist als das, was die beherrschenden Gedanken oder Gefühlswelt uns glauben machen wollen.

Wissenschaft

Wissenschaftliche Studien erweisen, dass man durch das Trainieren von Achtsamkeit eine positive Reaktion bei körperlichen Beschwerden, wie Bluthochdruck, chronischen Schmerzen, Herzbeschwerden, entwickelt. Es kann jedoch auch Unterstützung bei der Verhütung von Rückfall bei Depressionen, Trauerarbeit und dem Lernen, mit unheilbaren Leiden zu leben, bieten. Inzwischen haben wir umfassend aufgezeigt, dass es funktioniert. In der Studie wird die Veränderung im Gehirn nachgewiesen. Wie diese Veränderungen zustande kommen, wissen wir nicht. Es gibt noch viel zu entdecken. Auch Menschen ohne Beschwerden erfahren nach einem achtwöchigen Mindfulness-Training mehr Lebensleichtigkeit. Mindfulness übt eine positive Wirkung auf Körper und Geist aus.

Die Trainerin hat das Wort: Marianne Siemerink-Spanjer

Das achtwöchige Training wird von Marianne Siemerink-Spanjer geleitet. Marianne ist vom Institut für Mindfulness (IVM) zertifizierte MBSR- und MBCT-Mindfulness-Trainerin und psychiatrische Krankenschwester. Sie ist Mitglied des Berufsverbandes Vereniging Mindfulness Bases Trainers Kategorie 1 in den Niederlanden und Flandern (VMBN). Marianne sagt über Mindfulness: „Das Training Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) fesselte mich sofort. In der Mindfulness-Übung darf ich bleiben, wer ich bin. Dein Einsatz ist erforderlich, aber die Übungen sind einfach. Natürlich gibt es Konfrontationsmomente, aber durch deine nicht-bewertende Achtsamkeit ist diese Konfrontation sanfter. An Veränderung wird nicht „gearbeitet”, sondern Veränderungen entstehen gerade als Frucht der Übung. Es geht immer wieder darum, die Achtsamkeit zu steigern. Indem man beispielsweise seine Gedanken aufmerksam beobachtet, treiben sie wie die Wolken am Himmel auseinander. Ein Mitgefühl für dich und für andere entsteht, wenn man einige Zeit lang ernsthaft Achtsamkeit praktiziert. Die Veränderung ist immer wieder die Folge deines Einsatzes. Die Übungen sind von groβer Einfachheit. Man kann sie jedoch nicht immer leicht ausführen. Ein Ergebnis entsteht, wenn man immer wieder den Faden aufgreift. Jeden Tag aufs Neue. Die Grundübungen bleiben ein wichtiger Halt. Jeder kann es. Das Einzige, was man braucht, ist die Hingabe an sich selbst, um zu üben.

FaLang translation system by Faboba